Familienhotel Bad Ratzes
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Tradition und Geschichte

Eine kleine Bad- und Familiengeschichte

Mit der Schenkung ihres „Predium Razze“ an das Kloster Neustift sorgte die fromme Omenia 1191 für die erstmalige urkundliche Erwähnung.

Im 16. Jahrhundert erkannte man die Heilwirkung einiger Tiroler Quellen, die als „Wildbäder“ bezeichnet wurden, weil sie häufig dort entsprangen, wo die Zivilisation der Natur noch nicht zu nahe trat, wo noch „Wildnis“ war. Nachfolgend entstand der Brauch, nach der Arbeit und der Hitze in den Tälern für ein paar Tage in die „Sommerfrische“ zu entfliehen. Damit entstanden besonders im 18. und im 19. Jahrhundert nahe von Quellen Bad-Gasthäuser.

So beantragte schon 1722 der Kastelruther Bader und Wundarzt Anton Schledler die Genehmigung zum Bau eines Badhauses und legte 1723 den Grundstein zum Wildbad Ratzes.
Er kaufte im gleichen Jahr eine schöne, ebene Wiese dazu, erhielt 1724 die Bewilligung, seine Badegäste zu bewirten und Genehmigung für den Bau der Kapelle, die den Heiligen der Ärzte und Bader,Kosmas und Damian, geweiht war. Um den Brennholzbedarf für die Warmwasserbereitung zu decken, erwarb er 1737 noch zwei Waldstücke und später weiteren Grund dazu. Die Voraussetzungen für einen florierenden Badebetrieb waren geschaffen.



Nach mehrfachem Besitzerwechsel im 18. Jahrhundert erwarb 1804 Joseph Proßliner das „Mineral-Wildbad“. Es begann eine glanzvolle Zeit für Bad Ratzes. Seinem Sohn Johann und dessen Frau Anna gelang es bald, das Bad zu neuer Blüte zu führen und auch die so genannten „besseren Kreise“ zu Stammgästen zu machen. Ärzte jener Zeit rühmten die Heilkraft der Eisen- und der Schwefelquelle, die nun gefasst zum Badehaus führten. Darüber hinaus lobten sie auch die erholsame Umgebung, sowie die angenehme und heitere Atmosphäre des Kurbetriebes. So verwundert es wenig, dass auch Künstler von diesem Ort angezogen wurden und Bad Ratzes Eingang in Literatur und Malerei gefunden hat. Die erhaltenen Gästebücher aus jener Zeit weisen viele illustre Namen auf.
Der Besitz des Bades blieb mehr als ein Jahrhundert, bis zum kinderlosen Tod des Urenkels Ludwig Proßliner und dessen Gattin im Jahre 1931 bzw. 1932, in derselben Familie. In der Erbfolge übernahm nun die Schwägerin Maria Burgauner, Witwe des bekannten Kunstmalers Eduard Burgauner, den Betrieb von Bad Ratzes, bis sie ihn 1934 an ihre Tochter Erna weiter gab. Der Sohn Walter Burgauner übernahm die heimatliche Villa Felseck in Kastelruth.

Das Haus wurde als Hotel weitergeführt. Nach dem 1. Weltkrieg erholte sich das Bad Ratzes nur langsam, da die meisten Stammgäste aus Mittel-, Nord- und Osteuropa durch die Abtrennung Südtirols von Österreich ausblieben. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1938) wurde der Badebetrieb eingestellt und funktionierte bis 1958 in Form von Fichtennadelbädern weiter. Heute erinnert nur noch das im Jahr 1770 von Henrici gemalte Altarbild in der Hauskapelle an diese Zeit. Carl Hendrici stammte aus Schlesien und kam auf seiner Wanderschaft nach Bozen, wo er ein berühmter Barockmaler wurde.

Erna Burgauner heiratete 1941 den gleichaltrigen Richard Scherlin – den Jüngsten aus einer 19köpfigen Kinderschar - des Tanötzer Hofes in Kastelruth. Dieser Ehe entsprangen vier Töchter, die das Gastgewerbe von der Pike auf lernten und für die „Verbreitung“ und Kultivierung der traditionsreichen Bad-Ratzes-Gastlichkeit sorgen. Erna Scherlin Burgauner verstarb 1994 im 84. und Richard Scherlin 1997 im 87. Lebensjahr. Die Töchter Eva und Waltraud führen das Hotel Bad Ratzes im Sinne der Eltern weiter. Die beiden anderen Töchter leiten in Seis das Residence Dolomitenhof und das Hotel Schwarzer Adler.


 
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