Hotel Bad Ratzes Traditionen und Geschichte

Eine kleine Bad- und Familiengeschichte

Die befreiende Weite und die atemberaubende Kulisse, die sonnigen und windgeschützten Pisten machen die Seiser Alm einzigartig. Sie ist ein Paradies fürEine kleine Bad- und Familiengeschichte.
Ein Hof „Razze“ (der Name stammt vielleicht  aus dem Rätoromanischen Roces = steil abfallender Fels) wird bereits 1191 anlässlich einer Schenkung von einer frommen Frau namens „Omenia“ an das Kloster Neustift bei Brixen urkundlich erwähnt. Der Hof „Ratzes“ oder auch „ Ratz“ erscheint in der Folgezeit urkundlich immer wieder. Sein Name übertrug sich auf die Umgebung des Hofes und lebte fort in dem „Bad Ratzes“.

1715 machte der Kastelruther Wundarzt Schedler auf die schon frühe bekannten Heilquellen in der Frötsch aufmerksam. 1721 erschien die erste Beschreibung des Bades von Dr. Franz Anton Abmayr aus Bozen. Mit einem „Verleihbrief“, datiert vom 30. April 1723 und unterzeichnet von „Jakob Christoph Recordin von Nein zu Hamberg, Radegg und Zellburg, seine römische k.k. apostolischer Majestät wirklichen oberösterreichischen Regimentsrat, oberster Forstmeister in Tirol und der jeweiligen Obristjägermeisteramtsverwaltung“, erhielt Schedler die Bewilligung, ein Badegebäude zu errichten. Die schwefel- und eisenhaltigen Wässer dienten der Gesundheit insbesondere der bäuerlichen Bevölkerung der Umgebung.

Der bayerische Philologe, Jurist und Reiseschriftsteller Ludwig Steub kommt auf seiner Reise ins Grödental im August 1842 auch nach Bad Rates und beschreibt die Umgebung, sowie die angetroffenen Gäste. Er erwähnt die Kapelle – sie war den heiligen Ärzten Kosmas und Damin geweiht. An Gästen waren anwesend: „6 Geistliche, ein paar Familien aus Bozen, 2 Herrn aus Bayern und etliche junge Leute von unbekannter Herkunft – in allem etwa 30 Personen und eigentlich nur der Rest der Gesellschaft, die im vorigen Monat drei– und viermal zahlreicher gewesen.“
Ein Besuch des Bades in den 60-iger Jahren des letzten Jahrhunderts von dem Franziskaner- Pater und Direktor des k.k. Gymnasium in Bozen Vinzenz Maria Gredler veranlasst diesen zu einem begeisterten Bericht über „Vierzehn Tage in Bad Ratzes – eine naturgeschichtliche Lokalskizze mit näherer Beschreibung der Fauna“. Wenn er schreibt, dass Badewanne und Salon, Tische und Gäste es nicht sind, was ihn nach Bad Ratzes geführt hat, sondern die großartige Gottesschöpfung voll des landschaftlichen Zaubers; so kann der heutige Gast dem nur zustimmen.
Einer der Schüler des Paters Gredler und Familien- Mitglieder der damaligen Besitzer Dr. jur. Karl Proßliner erweitert dessen Beschreibung (2. Aufl. 1895) mit seiner Schrift: „Das Bad Ratzes in Südtirol“ und trägt dazu wesentlich bei, dass das Bad in Österreich – Ungarn und über seine Grenzen hinaus bekannt wird. Die Eisenquellen – am heutigen Wege zum Schlernboden zirka 700 m südwestlich des Bades – und die Schwefelquellen – zirka 500 m südlich am rechten Ufer des Förtschbaches  werden mit einer chemischen Analyse beschrieben. Die Eisenquellen enthielten im wesentlichen Eisensulfat, Magnesiumsulfat, Gips, Calciumcarbonat, Kaliumalaun, sowie etwas freie Kohlensäure. Die Analyse der Schwefelquellen gab als Hauptinhaltsstoffe Gips und Schwefelwasserstoff an. Die Indikation dieser Heilwässer waren Anämie, Chlorose, Frauenkrankheit, Skrophulose, Rheumatismus, Gicht, Neurasthenie und Rekonvaleszenz.
Der Mineralgehalt der Quellen ist durch die geologischen Verhältnisse begründet. Nach dem Naturführer des Innsbrucker Professors von Dallatorre (1913) steht das Bad auf Werfener Schichten und ausgedehnter Bergsturzmassen; am Bach bunte Konglomerate und roter Dolomit des unteren Muschelkalkes, darüber grauer bituminöser Kalk aus dem die Schwefelquelle entspringt. Über diesen Gesteinsschichten liegen Mendeldolomit und Buchensteiner Schichten mit Melaphyr, aus der die Eisenquelle austritt.

Auszug aus der Bad Ratzes Chronik: In Races vor Salèrn ... >>>

Der Aufschwung des Bades
Nach mehrfachem Besitzerwechsel im 18. Jahrhundert erwarb 1804 Josef Proßliner das „Mineral-Wildbad“. Es begann eine glanzvolle Periode. Seinem Sohn Johann und dessen Frau Anna gelang es bald, das Bad zu neuer Blüte zu führen und auch die so genannten „bessern Kreise“ zu Stammgästen zu machen.
Ärzte jener Zeit rühmten die Heilkraft der beiden Quellen, der Eisenquelle und der Schwefelquelle, die nun gefasst zum Badehaus geleitet wurden, aber auch die erholsame Umgebung und die angenehme und heitere Atmosphäre des Kurbetriebes. So verwundert es wenig, wenn auch Künstler von diesem Ort angezogen wurden und Bad Ratzes Eingang in die Literatur und Malerei gefunden hat. Die erhaltenen Gästebücher aus jener Zeit weisen viele illustre Namen auf.

Mehr als ein Jahrhundert, bis zum Tod des kinderlosen Urenkels Ludwig Proßliner und dessen Gattin im Jahre 1931 bzw. 1932, blieb der Besitz in derselben Familie. In der Erbfolge übernahm dann die Schwägerin, Maria Burgauner, Witwe des bekannten Kunstmalers Eduard Burgauner, den Betrieb, welche Bad Ratzes 1934 ihrer Tochter Erna übergab. Erna Burgauner heiratete 1941 den gleichaltrigen Richard Scherlin – den Jüngsten aus einer 19-köpfigen Kinderschar – vom Tanötzer Hof in Kastelruth. Dieser Ehe entstammten vier Töchter, die das Gastgewerbe von der Pike auf lernten und für die „Verbreitung“ der Bad-Ratzes-Gastlichkeit aus Tradition sorgten. Erna Burgauner Scherlin verstarb 1994 im 84. und Richard Scherlin 1997 im 87. Lebensjahr. Die Töchter Eva und Waltraud führten das Hotel Bad Ratzes im Sinne der Eltern weiter. Die Tochter Ilse Mutschlechner Scherlin führt mit Ihren Töchtern das Hotel Schwarzer Adler in Seis am Schlern und die Tochter Claudia Egger Scherlin mit Ihrem  Mann haben sich von Ihrer Natur Residenz Dolomitenhof in Seis am Schlern zurück gezogen.

und wie es weiter ging
Nach dem 1. Weltkrieg erholte sich das Bad Ratzes nur langsam, da die meisten Stammgäste aus Mittel-, Nord- und Osteuropa durch die Abtrennung Südtirols von Österreich ausblieben. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, im Jahre 1938, wurde der Badebetrieb eingestellt und funktionierte bis 1958 in der Form von Fichtennadelbädern weiter. Heute erinnert nur noch das Altarbild der Hauskapelle, 1770 von Henrici gemalt – an diese Zeit. Carl Henrici stammte aus Schlesien und kam auf seiner Wanderschaft nach Bozen, wo er als Barockmaler berühmt wurde.

Das Haus wurde als Hotel weitergeführt, in das kräftig investiert wurde. 1963 würden Bäder eingebaut, 1969 das Hallenbad, der Speisesaal, die Terrasse und neue Zimmer errichtet. 1982 musste leider der Jugendstilspeisesaal abgebrochen werden. Zwei weitere Aufenthaltsräume und der Aufzug wurden errichtet und 1990 kamen Tiefgarage und Sauna dazu. 2002 entstanden die neue Eingangshalle, Rezeption und Büro, ein Kinderspielzimmer und der Spielplatz vor dem Haus. Im Frühjahr 2005 wurde der alte Flügel des Hauses aus dem Jahr 1962 abgebrochen und wiederaufgebaut und im Herbst 2012 der Flügel des Hauses  welcher 1969 umgebaut wurde, gänzlich erneuert.

Die Töchter Eva und Waltraud führen das Familienhotel Bad Ratzes im Sinne der Eltern weiter. Die beiden anderen Töchter leiten in Seis am Schlern die Residence Dolomitenhof und das Hotel Schwarzer Adler.

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